Die Geschichte Celles und seiner 17 Ortsteile kann teilweise bis in die Bronzezeit (ca. 2.000 bis 750 v. Chr.) verfolgt werden, da sich im Ortsteil Altencelle Hügelgräber befinden, die auf menschliche Besiedlungen hinweisen. Hier war auch das „alte Celle“, dass erstmals 993 als „Kellu“ (Siedlung am Fluss) urkundlich erwähnt wurde. Der Ortsteil Westercelle zum Beispiel wurde erstmals in einer Kaiserurkunde von Heinrich dem II. im Jahr 1013 erwähnt, Bostel 1060 und Groß-/Klein Hehlen Anno 1235.
An der Handelsroute von Braunschweig nach Bremen gelegen prosperierte Kellu mit Zollstelle und Burg besonders unter dem Welfen Heinrich dem Löwen im 12. Jahrhundert. Nach der Neugründung 1292 an der Aller, entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Handelsplatz der Region. Celle erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung als Umschlagplatz für die Handelsschiffe auf dem Fluss und wurde zudem und Residenzort.
Herzog Otto der Strenge gab Altencelle auf und gründete ANNO 1292 das „neue“ Celle etwa 3 km nordwestlich bei einem befestigten Turm, der später zum Schloss Celle ausgebaut wurde.
Der regierende Herzog aus dem Hause der Welfen errichtete eine planmäßige, rechteckige Siedlung unmittelbar am Ufer der Aller – an einer strategisch günstigen Stelle nahe einer bereits bestehenden Burganlage. Otto II. der Strenge regierte seit 1277 das Fürstentum Lüneburg, einen Teil des 1235 entstandenen Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Nach der Teilung des welfischen Erbes im Jahr 1267/1269 gehörte das Gebiet um Celle zum Landesteil Lüneburg. Der Herzog war bekannt dafür, die Rechte der Ritterschaft einzuschränken und den Landfrieden zu wahren – Eigenschaften, die ihm den Beinamen „der Strenge” einbrachten.

Das spätere Celler Schloss wurde erst 1318 erstmals urkundlich erwähnt. Als Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg seinen Hof von Lüneburg nach Celle verlegte, wurde Celle 1378 zur Residenzstadt. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich Celle für fast 300 Jahre zur ständigen Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.

Das Jahr 1292 markiert somit den eigentlichen Beginn der Stadt Celle als planmäßige Gründung unter herzoglicher Schirmherrschaft. Doch die Stadt befand sich 1292 noch im embryonalen Stadium – eine kleine, neu angelegte Siedlung ohne herausragende Bürger oder kulturelle Bedeutung. Die großen Gestalten der Celler Geschichte, die das Stadtbild mit prächtigen Fachwerkhäusern und barocker Architektur prägen sollten, gehörten einer späteren Epoche an. Die eigentliche Blütezeit Celles als Residenzstadt lag noch mehr als ein halbes Jahrhundert in der Zukunft.
